Ganz zu schweigen von allem anderen

Nachlese zu den Einzelexerzitien

Von 19. - 25. Juli fanden ignatianische Einzelexerzitien mit P. Claus Pfuff SJ sowie mit Sr. Johanna Götsch und Sr. Maria Maxwald statt. Es stellte sich eine bunt gemischte Gruppe ein. Rita S. erzählt von ihren Erfahrungen: 

Verlangen nach einer Auszeit

Ich übe weder einen geistlichen Beruf aus noch habe ich derzeit eine Lebenskrise zu bewältigen. Ich hatte nur das Verlangen nach einer Auszeit vom Alltag und nach einer Auffrischung meines geistlichen Weges. Der regelmäßige Tagesrhythmus schuf eine klare Struktur und gab wenige, hilfreiche Impulse: das gemeinsame Morgenlob, das Begleitgespräch, die abendliche Eucharistiefeier. Dazwischen lagen die Mahlzeiten in der Gemeinschaft - und viel Raum für den eigenen, inneren Prozess.

Ankommen und Entschleunigen

Ja, es braucht eine Zeit des Ankommens, bis das Entschleunigen und bloße Dasein überhaupt gelingt. Hilfreich waren dabei Impulse nach Ignatius von Loyola zum Hinhören und Hinspüren auf die leiseren Regungen. Überraschenderweise stellte sich in mir kein Sortieren von Wichtigem und Unwichtigem ein, keine ausdrückliche Frage, kein besonderes Bild oder Thema. Das Wichtigste wurde für mich, mich „finden zu lassen“ und „beschenken zu lassen“ - jetzt.

Zusammengehörigkeitsgefühl

Im Schweigen wächst ein wohltuendes Zusammengehörigkeitsgefühl. Im stillen, gemeinsamen Ausgerichtetsein auf denselben Urgrund entsteht schon nach kurzer Zeit inmitten völlig fremder Menschen eine spürbare Gemeinschaft, die auch meine persönlichen, inneren Vorgänge auf eine unbeschreibliche Weise mitträgt. Ganz zu schweigen von allem anderen, was ich spüren durfte: die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Schwestern; der wunderschöne Schlossgarten; die Bewegung in der blühenden Natur; die liebevoll zubereiteten Mahlzeiten oder das gemeinsame Singen …

Verwandlung

Dass ausgerechnet die Hochzeit zu Kana uns als Grundmotiv durch diese Woche begleitete, war für mich persönlich kein Zufall. Darin spielen Lebensfülle und pure Lebensfreude, Gemeinschaft, Gottvertrauen und das Wohlergehen der Gäste eine große Rolle. Im Meditieren dieser Bibelstelle wurde ich denn womöglich auch ein wenig verwandelt.

Gewissheit

Am Ende dieser Zeit nehme ich in mein Alltagsleben eine Gewissheit mit: Wichtiger als meine eigenen spirituellen Bemühungen oder der Wunsch nach neuen geistlichen Impulsen, ist die wunderbare Erfahrung, dass ich mich nur finden lassen muss, dass Gott immer schon gegenwärtig ist und so viele Geschenke für mich bereithält."

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