Das Don Bosco Magazin zu Gast in Baumkirchen

Für die "24 Stunden" wurde Schwester Martina Nießner einen Tag lang begleitet.
Der Schlossgarten ist ein Ort für eine kleine Auszeit zum Abschalten und innerlich Einkehren. Sr. Martina nennt das ihre „Seinszeit“.

Don Bosco Schwestern mit Familiensinn

Auf einer Anhöhe oberhalb des Inntales liegt der malerische Ort Baumkirchen, ein idyllisches Kleinod nahe Innsbruck. Der rot-weiße Kirchturm der Pfarrkirche ist schon vom Tal aus zu sehen. Dahinter liegt die Niederlassung der Don Bosco Schwestern. Ein Gebäudeensemble aus Schloss, Schlosskapelle, Wohnhaus mit darunterliegendem Kindergarten und einem Jugend- und Familiengästehaus. Das DON BOSCO magazin besuchte die Niederlassung in Baumkirchen. Schwester Martina Nießner FMA erwies sich als charmante Gastgeberin beim Rundgang durch das Haus.
(Text und Fotos: Markus Höllbacher)

6:30 Uhr
Mit einem fröhlichen „Guten Morgen, herzlich willkommen in Baumkirchen“ begrüßt uns Don Bosco Schwester Martina Nießner (41) in der Eingangshalle. Gleich führt sie uns in den Kindergarten, wo sie gerade mit Vorbereitungen für den Vormittag beschäftigt war. 42 Buben und Mädchen besuchen hier den Don Bosco Kindergarten. Als Leiterin seien ihr vielfältige Aufgaben anvertraut. „Der tägliche spontane Kontakt mit den Kindern, den Eltern und Mitarbeiterinnen ist wichtige Basis dafür“, sagt sie. Als junge Kindergartenpädagogin lernte sie das Charisma Don Boscos durch ihre Arbeit im Kindergarten der Don Bosco Schwestern kennen und schätzen. Vorerst als Grundlage für ihr pädagogisches Tun, in weiterer Folge als Lebensgrundlage. Denn drei Jahre später trat sie selbst in den Orden ein, erzählt Sr. Martina.

7:00 Uhr
Die ersten Kinder trudeln ein. Sr. Martina begrüßt sie, lässt ihnen viel Zeit, in der frühen Stunde gut anzukommen. Oft sei einfach Zuhören gefragt. Was denn ihr Herz als Kindergartenpädagogin besonders schlagen lässt, möchten wir wissen. Sr. Martina: „Uns ist es ein großes Anliegen, dass jedes Kind täglich aufs Neue erfährt, wie wertvoll es ist.

8:00 Uhr
Mittlerweile ist ihr Team eingetroffen: Die Pädagoginnen Christina Dirnwöber, ebenfalls Don Bosco Schwester, und Annelies, ihre Assistentinnen Sonja und Waltraud – und Laura, die ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ im Kindergarten absolviert. Nach einem kurzen Austausch arbeitet Sr. Martina in ihrem Büro weiter. Durchschnittlich zwei Stunden pro Tag verbringt sie mit administrativen Tätigkeiten. „Heute“, sagt Sr. Martina, „ist der Elternbrief dran. Eine monatliche Information über aktuelle Termine und Vorhaben. Dieses Mal erfahren die Eltern alles, was so rund um den Don Bosco Gedenktag geschehen wird, vom Pizza Backen im Kindergarten bis zum großen Don Bosco Fest im Haus.“

10:00 Uhr
Sr. Martina gönnt sich eine kleine Pause. Normalerweise beginnt ihr Tag mit dem gemeinsamen Morgengebet in der Schwesterngemeinschaft um 6 Uhr. An Tagen, an denen sie – so wie heute – zum Frühdienst eingeteilt ist, teilt sie sich die stille Zeit am Morgen selber ein. Sr. Martina: „Heute wirkt in mir noch der Gute-Nacht-Gedanke, den wir am Sonntagabend von Sr. Johanna Götsch, unserer Hausoberin, bekommen haben, nach. ‚Gib mir zu trinken!‘, heißt es da im Leitwort zur Gebetswoche der Christen aus dem Johannesevangelium. Für mich heißt das heute konkret: achtsam zu sein für Begegnungen und von dem zu geben, was ich geben kann“, erklärt die gebürtige Kärntnerin.

10:15 Uhr
Wir sitzen in der Bar des frisch renovierten Schlosses Wohlgemutsheim der Don Bosco Schwestern und freuen uns auf einen Espresso. Seit der Wiedereröffnung im vergangenen Jahr nimmt die Arbeit im geistlichen Zentrum einen wesentlichen Teil ihrer Zeit in Anspruch. Hier sind Allrounderqualitäten gefragt, gilt es doch anzupacken, wo gerade Hilfe gebraucht wird: Gäste betreuen, Essen servieren, Bardienst verrichten, Veranstaltungen begleiten und vieles mehr. „Wir sind ein Familienbetrieb. Diese Atmosphäre spüren unsere Gäste auch, wie wir aus vielen Rückmeldungen erfahren“, freut sich Sr. Martina.

Die Statue der heiligen Maria Mazzarello blickt auf den Kirchturm in Baumkirchen. Wie im berühmten Motiv des Fensters von Mornese.

Sr. Martina führt uns durch die Räumlichkeiten des Schlosses, wie sie es des Öfteren mit Interessenten macht, die auf der Suche nach einem Ort für Klausurtagungen oder für Orientierungstage mit Schulklassen sind. Die zweijährigen Renovierungsarbeiten hätten bemerkenswerte Spuren hinterlassen. „Bei jedem Detail haben wir uns im Bauteam viele Gedanken gemacht“, erzählt Sr. Martina. Sie sei dankbar für alle Menschen, die den Psalm 127 in den letzten Jahren mitgebetet hätten: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut …“

Hinter unscheinbaren Details stecken überraschende Geschichten. Zum Beispiel über eine kleine Statue der heiligen Maria Mazzarello im Gang des Dachgeschoßes, zu der sie uns lotst. „Schaut mal, wo sie hinschaut“, fordert sie uns auf und öffnet die Tür in den Meditationsraum. Das gegenüber der Tür liegende Fenster ist genau auf den Kirchturm der Pfarrkirche ausgerichtet. „Unsere Maria Mazzarello schaut genau auf die Kirche von Baumkirchen. Das erinnert natürlich an das berühmte Fenster von Mornese in ihrem Dachzimmer in der Heimat unserer Gründerin. Von dort aus richtete sie jeden Abend ihren Blick auf die Pfarrkirche und betete für alle, die ihr anvertraut waren.“

12:00 Uhr
Nach der Führung durchs Haus essen wir mit der Schwesterngemeinschaft zu Mittag. Anschließend begleiten wir Sr. Martina bei ihrer „Seinszeit“, wie sie es nennt, im Freien. Mal eine Runde im Schlossgarten, der viele Plätze zum Verweilen birgt, dann wieder ein längerer Spaziergang über einen angrenzenden Wald- und Wiesenweg. Heute gibt es beides. Sr. Martina: „Beim Gehen kann ich gut abschalten und innerlich einkehren.“ Spontan lädt sie uns ein, während des Spaziergangs den Rosenkranz mitzubeten. Eine Einladung, die wir gerne annehmen.

15:15 Uhr
Organisation im Haus muss sein: Das bevorstehende Don Bosco Fest und die kommende Familienschiwoche am Venet stehen ganz oben auf der Tagesordnung einer Besprechung. Sr. Martina trifft Sr. Veronika Kreuzberger und Oberin Sr. Johanna. Ein Impulsheft wird erarbeitet, die gemeinsamen Messfeiern werden geplant und auch die Kinderbetreuung für die Nachmittage will organisiert werden. „Alles in allem sollen es Tage der Erholung für Leib und Seele – auch der ‚Familienseele‘ – sein“, erfahren wir von den Schwestern. Apropos Familie. In ihrer Herkunftsfamilie sei Glaube ein fester Teil des Alltags, erzählt Sr. Martina. Insofern sei es aufgrund dieser Verwurzelung für ihre Familie keine Überraschung gewesen, dass sie sich für den Weg zur Jesus-Nachfolge als Don Bosco Schwester entschied.

17:30 Uhr
Mitglieder des Freundeskreises Baumkirchen und salesianische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die schon einige Jahre bei den Festvorbereitungen für das Don Bosco Fest mitdenken und mithelfen, treffen ein. Im gemütlichen Kachelofenraum sitzt man zusammen, sammelt Ideen und übernimmt verschiedene Aufgaben. Alle sind motiviert, zum Gelingen des Festes beizutragen. Seit der letzten Besprechung hat sich viel getan. Sr. Johannas Augen strahlen, als sie verkündet: „Einige Sponsoren haben bereits zugesagt, für das leibliche Wohl und die Kinderrallye einen Beitrag zu leisten.“

20:30 Uhr
Nachdem sich die fleißigen Helfer verabschiedet haben, klingt der Arbeitstag aus. Sr. Martina ist noch immer fröhlich. In der Hauskapelle der Schwesterngemeinschaft nimmt sie sich Zeit, den Tag mit allen Ereignissen vor Gott zu legen und um seinen Abendsegen zu bitten – auch für alle Menschen, denen sie heute begegnet ist.

 

Planung für die Schiwoche am Venet: Sr. Johanna Götsch (Mitte) und Sr. Veronika Kreuzberger (re.) bei der Besprechung mit Sr. Martina

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